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Der Held des Orkans
Am Tag danach ist es Zeit danke zu sagen: Obama wird heute all den Helfern danken, die dem Sturm oft unter Einsatz ihres Lebens getrotzt haben. Denjenigen, die trotz aller Sandy-Warnmeldungen in der Katastrophennacht nicht zu Hause Zuflucht suchen konnten, sondern ihren Job machten: Als Feuerwehrmann, Küstenhelfer, Polizist und vieles mehr.
Mein persönlicher Dank geht an Pablo. Am Sonntag Nachmittag, als sich die Bäume in der Straße schon gefährlich bogen und die ersten Regentropfen durch die Decke kamen, machte es plopp. Dann war Ruhe. Der Kühlschrank schwieg. Das fällt in meiner Wohnung auf, denn normalerweise arbeitet das Gerät mit dem Lautstärkepegel einer Schlachthof-Kühlanlage. Offensichtlich hatte es sich an der Menge der für drei Tage gehorteten Lebensmittel überfressen. Was tut man in so einer Situation als Deutscher? Weiterlesen…
Reporter in Gummistiefeln
Jede Krise schafft ihre Helden und diese hat schon einen: Ali Velshi. Ununterbrochen berichtet der CNN-Reporter aus Atlantic City, dem Küstenort im Bundesstaat New Jersey, der die volle Wucht des Hurrikans Sandy als eine der ersten zu spüren bekam. Die rund 30000 Bürger der Casino-Stadt sind längst evakuiert worden. Ali Velshi harrt Stunde um Stunde auf der Kreuzung in der Stadtmitte aus, während das Wasser langsam steigt. Es ist sein 43. Geburtstag
Vor der Wahl ist nach der Wahl
Für Barack Obama ist die Präsidentenwahl am Donnerstag gelaufen. Dann nämlich wirft der Kandidat der Demokraten in Illinois seinen Stimmzettel in die Urne. Das Ganze nennt sich “early voting” – vorgezogene Stimmabgabe – und ist ein Trend in den USA. Ein wachsender Anteil der Amerikaner wählt schon lange vor dem eigentlichen Stichtag 6. November: Für sie ist vor der Wahl nach der Wahl. Wer der nächste Präsident der USA ist, könnte also schon entschieden sein, bevor der Hype seinen Höhepunkt erreicht.
Insgesamt 35 Staaten und der District of Columbia erlauben ihren Bürgern, auf die ein oder andere Weise vorzeitig zu wählen. Mal geht das nur schriftlich, mal öffnen tatsächlich lokale Büros ihre Türen. Iowa, der Staat, der immer der erste sein muss, hat natürlich angefangen. Dort darf schon seit 27. September gewählt werden. Wer in Ohio lebt, einem der wichtigsten Swingstates, kann seit dem 2. Oktober seine Stimme abgeben. Ein Versuch der Republikaner, die Frist zu verkürzen, scheiterte am Veto des Obersten Gerichts.
Das Obama-Lager jubelte. Denn tatsächlich versprechen sich die Demokraten vom early voting einen Startvorteil: Auf diese Weise hat Obama 2008 seinen Herausforderer John McCain nass gemacht. Mit ihrer zuvor nie dagewesenen Basisorganisation schafften es die Demokraten, massenhaft Anhänger aus den Fernsehsesseln zu ziehen und an die Urne zu bringen. DenVorsprung konnte McCain nicht mehr aufholen. In vier wichtigen Staaten, Colorado, Florida, Iowa und North Carolina, wählten nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP so viele Leute vor der Wahl Obama, dass er dort gewann, obwohl er am Wahltag selbst verlor. Weiterlesen…
Landkarte ohne Europa
Das renommierte Außenpolitikmagazin “Foreign Policy” hat gezählt: Wie oft kamen einzelne Länder in der Präsidentschaftsdebatte zwischen Barack Obama und Mitt Romney vor? Für Transatlantiker ist das Ergebnis niederschmetternd: Europa O. Deutschland O.
Europa, das scheint für US-Politiker nun gleichbedeutend mit Griechenland zu sein. Das fand immerhin zwei Erwähnungen: Wenn Amerika so weitermache, erklärte Romney, werde es enden wie Griechenland.
Europa war mal ein Vorbild.
Hier die Zahlen:
- Iran: 47
- China: 35
- Israel: 34
- Afghanistan: 29
- Syria: 28
- Pakistan: 25
- Iraq: 22
- Libya: 12
- Egypt: 11
- Russia: 10
- Mali: 4
- Turkey: 3
- Great Britain/United Kingdom: 2
- Greece: 2
- Lebanon: 2
- Saudi Arabia: 2
- Cuba: 1
- France: 1
- North Korea: 1
- Qatar: 1
- Somalia: 1
- Yemen: 1
Alles muss raus
Zwei Wochen bis zur Wahl, und der Ausverkauf hat begonnen. “Our biggest sale EVER” schreibt die Obama-Kampagne. Im “Obama Store 2012″ sieht es nun so aus wie im Factory Outlet an Columbus Day. Die Hundeleine “Obama Dog Leash” gibts schon für 15 Dollar minus Rabatt. Ein absolutes Schnäppchen! Da nimmt man doch gleich noch den Trinknapf für 10 Dollar dazu.
Doch auch im freien Handel purzeln die Preise.
Das wirft Fragen auf: Ist Obama ein Ladenhüter? Wurde Romney an den Bedürfnissen des Marktes vorbei produziert? Und wann kommt endlich die Winterware in die Läden?
Es gibt Hinweise, dass die neue Saison mit brandneuen Farben aufwartet: Die New York Times schreibt, der kommende Mann sei Paul Ryan.













