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See you!

7. November 2012 Kommentare aus
Außer 6 Mrd. Dollar nichts gewesen? Amerika ist nach dem teuersten Wahlkampf aller Zeiten an die Urnen gegangen – und hat entschieden, dass alles bleibt, wie es ist. Der neue alte Präsident Obama  kann auch in seiner letzten Amtszeit nicht durchregieren. Eine ihm feindlich gesinnte republikanische Mehrheit im Kongress wird weiterhin blockieren wo möglich.
Checks and balances nennen das die Amerikaner und am Ende dieses grausamen Wahlkampfes ist man sich nicht sicher, was man davon halten soll. Ist es gut, weil ein Einzelner mit viel Macht auch viel anrichten kann? Oder ist es schlecht, weil der Einzelne in diesem System oft nicht viel ausrichten kann?
„Ist das gut oder schlecht?“ haben wir FTD-Korrespondenten uns in den vergangenen Monaten immer wieder gefragt, wenn wir durchs Land reisten, mit „normalen“ Menschen, Börsianern oder Politikern sprachen. Manchmal fällt die Antwort leicht:  Wenn Wähler neun Stunden vor dem Wahllokal Schlange stehen müssen, um ihr Bürgerrecht wahrzunehmen, dann ist das schlecht. Wenn 50 Millionen Menschen nach einem Wirbelsturm ohne Strom hausen müssen, dann ist das auch schlecht.

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Machtloses Washington

6. November 2012 Kommentare aus

Was in Amerikas Hauptstadt geschieht, das bewegt die Welt. Nur nicht am Tag der Präsidentenwahl.  Das Weiße Haus ist verwaist, Barack Obama und seine Familie haben es vorgezogen, Triumph oder Niederlange auf dem Heimatterrain in Chicago zu erleben. Das ist ungewöhnlich für einen Amtsinhaber und auch ein bisschen ein Affront gegen die Washingtonians, die ihm die Treue halten. Aber die Stadt wählt halt eh demokratisch, und anders als im Rest Amerikas liebt man hier Politik.

Man lebt ja auch davon. Zehntausende arbeiten in Regierung, Thinktanks und Lobbyistenbüros. Ihre Zukunft hängt davon ab, ob der neue Präsident Barack Obama oder Mitt Romney heißt. Für viele ehrgeizige junge Leute heißt ein Regierungswechsel: Kofferpacken und zurück nach Oregon, New Hampshire oder sonstwo.  Von ihnen  muss keiner überzeugt werden, dass Wählen lohnt. Wenn immer ich in den letzten Wochen im Cafe oder im Bus saß, schnappte ich ähnliche Gespräche auf: Welcher Kandidat hat die besseren Chancen, wer hat die richtigen Pläne, und hast du gesehen, wie der sich gestern in der Talkshow blamiert hat?

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Heiß aufs Wählen

2. November 2012 Kommentare aus

Ines Zöttl

Quizfrage: Wofür reiht man sich am Freitag nachmittag in Washington DC bei vorwinterlicher Kälte  in eine 100 Meter lange Schlange ein?

A) Für die große Retrospektive von Roy Lichtenstein in der National Gallery of Art

B) Für ein Ticket der Washington Redskins

C) Für einen Platz im Restaurant Komi.

Alles falsch. Man möchte wählen gehen im lokalen Wahlbüro am Judiciary Square.

Der Held des Orkans

30. Oktober 2012 Kommentare aus

Am Tag danach ist es Zeit danke zu sagen: Obama wird heute all den Helfern danken, die dem Sturm oft unter Einsatz ihres Lebens getrotzt haben. Denjenigen, die trotz aller Sandy-Warnmeldungen in der Katastrophennacht nicht zu Hause Zuflucht suchen konnten, sondern ihren Job machten: Als Feuerwehrmann, Küstenhelfer, Polizist und vieles mehr.

Mein persönlicher Dank geht an Pablo. Am Sonntag Nachmittag, als sich die Bäume in der Straße schon gefährlich bogen und die ersten Regentropfen durch die Decke kamen, machte es plopp. Dann war Ruhe. Der Kühlschrank schwieg. Das fällt in meiner Wohnung auf, denn normalerweise arbeitet das Gerät mit dem Lautstärkepegel einer Schlachthof-Kühlanlage. Offensichtlich hatte es sich an der Menge der für drei Tage gehorteten Lebensmittel überfressen. Was tut man in so einer Situation als Deutscher? Weiterlesen…

Reporter in Gummistiefeln

29. Oktober 2012 Kommentare aus

Jede Krise schafft ihre Helden und diese hat schon einen: Ali Velshi. Ununterbrochen berichtet der CNN-Reporter aus Atlantic City, dem Küstenort  im Bundesstaat New Jersey, der die volle Wucht des Hurrikans Sandy als eine der ersten zu spüren bekam. Die rund 30000 Bürger der Casino-Stadt sind längst evakuiert worden. Ali Velshi harrt Stunde um Stunde auf  der Kreuzung in der Stadtmitte aus, während das Wasser langsam steigt. Es ist sein 43. Geburtstag

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Ein Sturm kennt nur Amerikaner

29. Oktober 2012 Kommentare aus

“Sandy” ist schuld – oder ist es dem Sturm zu verdanken? Der Wahlkampf, der in den letzten Wochen laut und schmutzig war, macht eine Pause. In Virginia, einem der am heißesten umkämpften Staaten, haben die Kandidaten für den Senat ihre Anhänger aufgefordert, die Wahlkampfschilder aus den Vorgärten zu entfernen.

Tim Kaine (Demokrat) und George Allen (Republikaner), die sich sonst in Fernsehspots übel beharken, warnten, die Schilder könnten aus dem Boden gerissen werden und Häuser oder Autos beschädigen. “Das letzte, was wir wollen ist, dass die Vorgarten-Schilder zu Geschossen werden”,  schrieb Kaines Kampagnenmanager in einer E-Mail, die die Zeitung “The Examiner” zitierte. “Vergesst nicht, dass Yard Signs Metallrahmen haben”, warnte die gegnerische Kampagne ihre Anhänger. “Bringt sie rein.”

Hoffen wir, dass diese neue Rücksichtnahme den Sturm überdauert.

Obama gruselt es vor “Frankenstorm”

27. Oktober 2012 Kommentare aus

Frischen Wind in der Politik in Washington wünschen sich viele Amerikaner. Aber an einen Sturm wie Sandy hat dabei wohl keiner gedacht. Zehn Tage vor der Präsidentschaftswahl kündigt sich ein Hurrikan an, der nach Einschätzung der Wetterexperten an das Schlimmste werden könnte, was dem Nordosten der USA seit 100 Jahren passiert ist. Wer würde da nicht an Katrina denken, der Sturm, der 2005 in der Ära von George W. Bush zum Inbegriff politischen Versagens geworden ist.

Seitdem, und so auch diesmal, heißt die Devise: Die Gefahr nur nicht runterreden. Mehrere Bundesstaaten an der Ostküste, darunter auch Washington und New York, haben den Notstand verhängt. “Frankenstorm”  haben die amerikanischen Medien das Unwetter getauft, das sich kurz vor dem Geisterfest Halloween zusammen braut. Doch die Polit-Community treibt, während sie ihren Kühlschrank mit Notvorräten bestückt, natürlich noch etwas anderes um: Welche Folgen hat Sandy für den Wahlkampf? Weiterlesen…

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